Schnelles Gärtnern für Faule ;-)

Eine Dreiviertelstunde in der Mittagspause hat genügt um mich um eines meiner vielen Sorgenkinder zu kümmern: Der Boden zwischen Gartenzaun und Müllabtrennung. Ich habe einfach mal etwas ausprobiert: Schichtengärtnern, in USA als "Lasagna Gardening" bekannt.

Diese Stelle ist das erste, was man sieht, wenn man vor unserem Briefkasten steht, der an der Müllabtrennung angebracht ist. Immer wollte ich dort bunte Blumen wachsen lassen, aber bis auf Unkraut habe ich dort nie etwas kultiviert. Nur eine Clematis montana rubens, rankt seit zwei Jahren an der Müllabtrennung, aber Kletterpflanzen sind ja ohnehin robuster.

Ich habe mir vorhin also den Status quo angeschaut:

Nicht wirklich schick, und das Unkaut unter dem Laub steht auch in den Startlöchern. In all den Jahren zuvor habe ich das Laub entfernt, die Erde mit der Gartenkralle gelockert, Unkraut entfernt. Dachte ich jedenfalls. Habe Blumenerde aufgebracht, Sommerblumen gesät - nada.

Die Erde war offenbar völlig ausgelaugt. Aber das soll jetzt anders werden, und so habe ich zunächst die Stelle festgetreten, jede Menge Tageszeitungen (ganz wichtig, keine illustrierten Hochglanzmagazine!) in Wasser eingeweicht und auf dem neuen Beet ausgelegt, so dass die Teile gut überlappen. Wichtig ist, dass die Zeitungsschicht wirklich dick ist, damit das Unkraut keine Chance hat sich doch noch durchzuwühlen. Das klappt dann sogar bei Rasensoden. Man muss diese nicht mehr umständlich abtragen und die Erde darunter lockern, sondern kann einfach Schicht für Schicht ein Beet anlegen, wo man es gerne möchte.

Das sieht nun natürlich erstmal skurril aus, und ich hab genau gemerkt, wie eine Passantin anhielt, zurückkam und verstohlen nochmal über den Zaun schielte, bevor sie weiterging - vermutlich mit einem dicken Fragezeichen über dem Kopf.

Auf die Zeitung habe ich Erde bzw. Kompost getan. Aufgeworfene Erde von Maulwurfshügeln, den Inhalt der letztjährigen Blumenkästen, und so weiter.

Normalerweise käme jetzt eine Schicht Torfmoos. Egal elches Gartenbuch man liest - Torfmoos wird immer und überall verwendet, weil es das Wasser so gut speichert. Ich habe hier jedoch schon erwähnt, dass dies zum immer schnelleren Abbau der Moore führt und daher für meinen Gescmack in einem Garten, der auf Recycling und Nachhaltigkeit setzt, nichts verloren hat. Ich werde den Sommer über nach Alternativen suchen.

Die Schichten Erde - Torfmoos - Laub - Torfmoos - Grasschnit - Torfmoos habe ich mir an dieser Stelle also zunächst gespart, aber auch mit nur zwei Schichten sah das Ganze schon viel vesprechend aus:

Ich habe alles etwa zehn Zentimeter aufgefüllt, gut durchmischt und nochmal gewässert. Zum Abschluss habe ich Unkrautfolie oben drauf gelegt, die ich mit einigen Steinen beschwerte, damit sie nicht davonwehen kann. Wenn es jetzt wärmer wird, kann unten drunter alles prima verrotten:

Ich werde Zur Pflanzzeit die Folie entfernen. An den Stellen, an denen ich die Pflanzen einsetzen möchte, muss ich nur die Schicht ein Stück beiseite schieben. Berichten zufolge ist auch unterhalb der Zeitungsschicht die Erde nach einiger Zeit wunderbar locker und “kompostig”.

Ich bin sehr gespannt.

So ein Schichtenbeet kann man übrigens jederzeit anlegen. Viel Spaß dabei!

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Kommentare:


Das ist ja eine super Idee! Das werd ich bei uns auch mal probieren, danke für diesen super Tipp.
Überhaupt hab ich schon viele tolle Sachen auf deinem Blog entdeckt. Ich schau sicher wieder rein!

Kreativmama  am  02. April 2009



Vielen Dank für das schöne Kompliment! Ich freue mich, wenn du öfter vorbeischaust :-)
Momentan würgen mich einige Buchabgabetermine, aber ich hoffe, ich kann eine einigermaäßen häufige Post-Frequenz beibehalten, damit es hier nicht langweilig wird. Schließlich lockt auch der Frühling mit Macht - und ich darf nichts im Garten tun, heul.
;-)

Petra  am  02. April 2009



Zum Thema Erde fällt mir ein, dass die Maulwurfhügelerde die beste Erde für zarteste Blumenpflanzen ist, da sie von den Maulwürfen mittels Speichel sehr gut ver- und bearbeitet ist. Also demnächst die Maulwurfhügelerde in den Eimer packen und sammeln, anschließend, wenn eingepflanzt bzw. eingesät ist, drüber krümeln. Ansonsten Schöne stressfreie Ostertage!

maggie szodruch  am  08. April 2009



Danke für den Hinweis. Maulwurfshügel haben wir wirklich genug *seufz* Bin gar nicht auf die Idee gekommen, sie drüberzukrümeln anstatt sie unterzumischen.
Dir auch schöne Ostertage!

Petra  am  09. April 2009



hallo liebe petra, ich schnorchel immer wieder gern auf deiner seite herum und bei den letzten drei vier besuchen purzelte ich fast schon vorprogramiert über das von dir so angepriesene zeitungsgärtnern… und wie ists nun geworden? boden gut? pflanzen prächtig? unkraut frei?
wie ists bei deinem gartenweg geworden? lässt sich gut flanieren? (plane selbst die alten wege neu und schick zumachen… und fand das schon arg spannend)
liebe grüße matilde

mathilde  am  06. September 2010



Hallo,
das mit den Schichten finde ich ja stark. Hat das geklappt? Ich möchte das auch gern mal probieren. Allerdings ist diese Methode wegen der Farben in den Zeitungen sicherlich nicht für die Vorereitung von Gemüsebeeten geeignet.

Melanie  am  25. August 2012




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