Gärtnerin für einen Sommer

GrafikIn meinem Lieblings-Netzwerk Texttreff findet gerade das Große Textinen Blogwichteln statt. Ich habe mit allen drei Blogs daran teilgenommen und durfte bereits einen Gastbeitrag im Autorenblog veröffentlichen. Heute begrüße ich hier bei der Bauerngartenfee meine Kollegin Heide Liebmann. Schön, dass du hier bist, liebe Heide!

Heide, bei Twitter als @nasenfaktor bekannt, womit ihr gleichnamiges Buch gemeint ist, hat beruflich mit Dienstleistungs- und Beratermarketing sowie Positionierung und Text zu tun. Privat hat sie erstmal gekichert, als sie las, dass ausgerechnet sie meinem Gartenblog zugelost wurde, denn sie ist nicht gerade für ihren Grünen Daumen bekannt. Sagt sie. Und um das zu überprüfen, hat sie an einem interessanten Experiment teilgenommen.

Aber lest selbst:

Gärtnerin für einen Sommer

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Ja, es stimmt: mit den Händen in dunkler Erde graben, Unkraut rupfen und schwere Gießkannen schleppen, entspannt ungemein. Wenn man Kopfarbeiterin ist wie ich und körperliche Arbeit gar nicht mehr gewohnt.

Woher ich das weiß? Letztes Jahr stieß ich auf eine interessante Geschäftsidee:

Die beiden Gründerinnen von meine-ernte.de kooperieren mit Bauern in der Nähe von Großstädten. Pro Saison wird dann ein kompletter Acker parzellenweise vermietet. Das Aussäen des größten Teils übernimmt der Bauer. Die Mieter steigen im April ein, wenn die ersten Pflänzchen aus dem Boden lugen, und sind dann verantwortlich für die weitere Pflege. Es gibt auch ausreichend Platz auf jeder Parzelle, um Gemüse oder Blumen nach eigenem Gusto anzupflanzen. Das nötigste Gartengerät, wie Harken, Spaten und Rechen, wird gestellt, ebenso wie Gießkannen, und es gibt eine wöchentliche Gärtner-Sprechstunde für Newbies wie mich, die Unkraut nicht von Mangold unterscheiden können …

Das hat mich damals sofort angesprochen, und so griff ich entschlossen zum Hörer, um zu fragen, ob ich auch im Juli – nach meinem Urlaub – noch einsteigen konnte. Das war möglich, und so durfte 2010 erstmals meine gärtnerischen Fähigkeiten erkunden.

Davor hatte mich das nie gereizt. Was zum einen damit zu tun hat, dass ich Allergikerin bin. Gartenerde fasse ich lieber nur mit Handschuhen an, sonst endet das im Juckreiz, und das ist so gar nicht entspannend. Und zum anderen lebte ich schon viele Jahre gartenlos und wäre nie auf die Idee gekommen, mir einen eigenen Garten anzulegen. Viel zu viel Arbeit, so übers Jahr verteilt!

Aber eine Saison, um mal zu schauen, ob das doch was sein könnte?

Um es kurz zu machen: Ja, es hatte durchaus was, das eigene Gemüse zu ziehen, garantiert ungespritzt und erntefrisch in meine Töpfe. Mein Kopf musste sich mit etwas anderem beschäftigen als der Frage nach dem nächsten Marketingkonzept für einen Kunden. Die Fahrt mit dem Fahrrad zum Acker, Wasser schleppen und Unkraut jäten waren ein prima Workout – ein Abo fürs Fitnessstudio braucht die moderne Gärtnerin definitiv nicht.

Nein, es war trotzdem nicht mein Ding. Das wurde mir dieses Jahr klar bei der Wiederholung. Denn dieses Jahr war zunächst der Frühling entsetzlich trocken. Man hätte drei Mal die Woche gießen müssen – so viel Zeit hatte ich einfach nicht dafür. Und dann kam der so genannte Sommer 2011: furchtbar. Ich weiß jetzt, dass ich keine Allwetter-Gärtnerin bin. Ich hasse es, im Nassen zu stehen und mit feuchtklammen Fingern ekliges Unkraut rauszureißen.

Ich habe also ziemlich fix wieder gekündigt.

Aber alles in allem hat der Versuch sich absolut gelohnt. Jetzt bin ich sicher, dass ich nicht viel verpasse, wenn ich weiterhin nicht selber gärtnere.

Entspannen kann ich zum Glück auch anders. Und gleichzeitig habe ich mehr Wertschätzung entwickelt für die Produkte auf meinem Tisch, weil ich nun am eigenen Leib erfahren habe, wie viel Arbeit dahinter steckt.

Das Experiment würde ich jederzeit wiederholen. (Auch wenn ich immer noch ungefähr 3 Liter Zucchinisuppe im Tiefkühlfach habe, weil ich letztes Jahr jede Woche ungefähr 3 Monsterzucchini geerntet habe. Einige davon habe ich übrigens bei der Armenküche vorbeigebracht, die haben sich darüber gefreut und Suppe draus gemacht ;-)). Zur Gartenfee werde ich aber wohl nie – das überlasse ich dann gerne Petra!

 

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Kommentare:


Toll, Heide! Schöner Bericht. Kann ich gut nachvollziehen. Aber ich glaube, ich will bald einen Garten für länger. Ohne viel Gemüse. Lieber wild. Dann muss man nich so viel gießen :-)

text-burger  am  10. Dezember 2011



Ein sehr lebensnaher Text! ;-) Das kann ich voll nachempfinden. Ich bin immer wierder froh, dass wir nur einen kleinen Garten haben. Ab und zu überkommt es mich, dann verbringe ich gerne einen Tag im Garten. Aber meistens gilt die Devise: Was nicht von alleine wächst, sondern auf Wasser und Dünger von mir wartet, hat wenig Überlebenschancen ...

Daniela  am  10. Dezember 2011




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