Gärtnern im Quadrat (2)

Dienstag, 14. April 2009

Ich hatte ja im vorherigen Posting eine Fortsetzung des Quadratgärtnerns versprochen. Die Umrandung des erhöhten Beetes steht, nun fehlt noch die Füllung.

Und das brauche ich alles dazu:

Hihi, ich seh euch förmlich komisch gucken: Eine Windel? Was hat die Windel dort zu suchen?

Erklär ich gleich, Geduld, Geduld. Zunächst einmal ist in dem Eimer Kompost. Die original Quadratbeet-Gärtner in den USA mischen ein Drittel Kompost mit einem Drittel Vermiculite und einem Drittel Torf.

Vermiculite ist ein Tonmineral, und ich habe es schlicht und einfach nicht auftreiben können. Und Torf wollte ich nicht. Ich hatte hier schon mehrfach gesagt, dass ich den Abbau der Moore nicht unterstützen will.

Ich bin also in den Baumarkt meines Vertrauens gegangen, mit wenig Hoffnung darauf, Kokosfaser zu finden, was als Ersatz für Torf genutzt werden kann. Statt dessen stand ich mit einem Mal vor einem Schild, auf dem groß TORFERSATZ stand. Und dieser Torfersatz besteht aus Holzfasern, die ebenfalls in der Lage sind, gut das Wasser zu speichern. Was will man mehr? Einige Säcke durften also mit auf den Einkaufswagen.

Ich habe Trofersatz und Kompost 1 : 1 gemischt und ein wenig Horn- und Knochenmehl hinzugegeben. Wieso es Horn-, Blut- und Knochenmehl nicht mehr gibt, weiß ich nicht; der Blutanteil ist m.W: phosphorhaltig und somit für die Blüte zuständig.

Bevor ich nun aber die MIschung in das Beet geschüttet habe, kam die Windel zum Einsatz, oder besser: viele Windeln:

Wir haben die Ränder mit den Gummizug-Beinabschlüssen abgeschnitten und die ausgeklappten Windeln auf dem Boden des erhöhten Beetes ausgelegt.

Jetzt ist es klar, oder? Windeln speichern Feuchtigkeit. In diesem Fall dienen sie dazu, das Beet vor Austrocknung zu schützen. Es ist ein Experiment, aber ich denke, es wird glücken.
Aber fragt nicht, wie komisch ich mir dabei vorkam, nach so vielen Jahren wieder mit einem Windelpaket durch die Gegend zu laufen!

Hier ist das neue Beet ganz mit dem Kompost-/ Torfersatz-Gemisch aufgefüllt:

Den Platz drumherum habe ich mit Rindenmulch abgedeckt und festgetreten. Ganz im Gegensatz zum Beet, in dem die Erde ganz locker ist, damit die Wurzeln gut Luft bekommen. Niemals auf das Beet treten, daher sollte es nicht breiter als 1,20m sein, dann kommt man von beiden Seiten gut bis zur Mitte. Ich habe meiner Familie extra ein Schild aufs Beet gelegt, damit niemand aus Versehen drauftritt. Leider kann die Katze nicht lesen ;-)

Als nächstes kommt das Wichtigste am Quadratgärtnern: Die Quadrate!

Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Meine Quadrate sind nicht quadratisch. Durch meine komische Steinkonstruktion habe ich versentlich ein 85 x 100cm-Beet angelegt. Da habe ich dann improvisiert und aus dem 4x4-Beet ein 3x4-Beet gemacht, so dass ich pro Kästchen auch nicht 16 sondern max. 9 bzw. 12 Gewächse unterbringen kann.

Üblicherweise zimmert man sich ein Raster aus Holzleisten, die auf das Beet gelegt werden. Das erleichtert die Planung und das Unkrautrupfen, falls es welches wagt, sich dazwischenzumogeln ;-)  Da alles so geometrisch angelegt ist, werden die Lümmel, die sich ungebeten einschleichen, nämlich sofort erkannt. Mehr Theorie später im nächsten Posting.

Wie unschwer zu erkennen ist, liegt bei mir kein Lattenraster auf dem Beet. Statt dessen habe ich einen von der Katze kaputtgespielten Bambusvorhang recycelt: Einfach die einzelnen Schnüre in der passenden Länge zugeschnitten und auf das Beet gelegt. Hat garantiert sonst niemand ;-)

Weil ich vorher / nachher-Fotos liebe, hier noch einmal der direkte Vergleich:

Mehr zur Theorie des Quadratgärtnerns erkläre ich in Teil 3. Wer den nicht verpassen will, ist herzlich dazu eingeladen, den Bauernagrtenfee-RSS-Feed zu abonnieren.

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Gärtnern im Quadrat (1) - Die Vorbereitungen
Gärtnern im Quadrat (2) - Erdmischung und Raster
Gärtnern im Quadrat (3) - Die Theorie

 

 

 

# Petra A. Bauer am 14. April 2009 um 23:56 Uhr
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Petra A. Bauer, Berlin - www.writingwoman.de