Alter Fritz, Malche und Hennigsdorf

Dienstag, 11. September 2012

Ihr habt es ja so gewollt: Als ich beim vorletzten Freutag fragte, ob ich öfter mal Fotos von unseren Radtouren zeigen soll, habt ihr JA gesagt. Nun müsst ihr das auch ausbaden ;-) Es gibt aber sogar nach langer Zeit wieder ein Video.

Strecke

Ich weiß nicht, wie Kind 2 und ich es immer hinkriegen, aber wenn wir auf die Räder steigen und losfahren, sind wir ziemlich genau immer 14 Kilometer unterwegs. Dabei fahren wir immer “frei Schnauze”, völlig ohne Planung.

Letztens fuhren wir los und kamen nach rund vier Kilometern an der höchstwahrscheinlich ältesten Gaststätte Berlins vorbei. Der Alte Fritz soll lt. einer Urkunde im Jahre 1410 gegründet worden sein.

Der Alte Fritz

Der Alte Fritz

Lange Zeit war der Alte Fritz ein Brauhaus mit Gaststätte. Plus Teich und Strandkorb im hinteren Gartenteil, wo anno 2007 die Fotosession mit dem Fotografen der Berliner Morgenpost für mein ganzseitiges Interview stattfand. Und es gab leckerstes, selbstgebrautes “Messing” und “Kupfer” vom Fass. Frau writingwoman trank natürlich das dunkle Kupfer :-) Irgendwann kam jemand auf die doofe Idee, aus der Traditionsgaststätte ein Etepetete-Weinrestaurant zu machen. Der Alte Fritz himself soll einst in diesem Gasthaus eingekehrt sein - der trank mit Sicherheit keinen Wein! Eher ein, zwei, drei gepflegte Biere und eine deftige Mahlzeit. Und so kommt es, das es wohl demnächst eine Neueröffnung geben wird. Mit Bier. Aber ein Brauhaus wird es wohl nie mehr werden. Schade!

Vielleicht 500 Meter weiter in der Gabrielenstraße An der Mühle steht ein uralter Meilenstein, der 1992 mit der freundlichen Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft Tegel City restauriert wurde.

Meilenstein Gabrielenstraße

Die Inschrift ist auf dem Foto nicht so gut zu lesen, daher zitiere ich sie hier mal:

Dieser Meilenstein ist vermutlich um 1700 aufgestellt worden. Es handelt sich um einen Sandstein Obelisken. Die ursprüngliche Meilenangabe ist nicht mehr feststellbar. Es dürften jedoch 1 1/2 Meilen gewesen sein, die sich auf das Oranienburger Tor (Bezirk Mitte) bezogen. Eine preußische Meile entspricht 7,535 km. Der frühere Standort befand sich an der Zufahrt zum Schloss Tegel, in unmittelbarer Nähe des sog. “Ephenhauses” der Humboldt-Mühle. Die Schäden an den Kanten werden auf das Schleifen von Ästen und Sensen zurückgeführt, obwohl dies seit 1701 durch ein königliches Edikt unter Strafe gestellt war.

Im Prinzip steht der Meilenstein immer noch an der Zufahrt des Schlosses Tegel, nur ein bisschen weiter vorne an der Straße. Im Schloss Tegel, auch bekannt als Humboldt-Schloss verbrachten Wilhelm und Alexander von Humboldt ihre Kindheit, und das ist schon ziemlich cool, finde ich.

Humboldt-Schloss, aka Schloss Tegel

 

Humboldt-Schloss, aka Schloss Tegel

Fährt man die Gabrielenstraße weiter hinunter, passiert man die Dicke Marie, Berlins ältesten Baum. genau genommen ist der Baum älter als die Stadt, da er seit 1192 dort steht. Den Spitznamen bekam der Baum von den Humboldt-Brüdern, da der sie an ihre korpulente Köchin erinnerte.

Biegt man rechts ab, durchquert man den Freizeitpark an der Malche. Noch ein Stück weiter liegt dann die Große Malche und es ist wirklich erholsam, sich die ganzen Boote anzuschauen.

Boote auf der Großen Malche

Pause an der Großen Malche

So, und da ich am Wochenende zwar Schwimmen war und den Stepper malträtiert habe, aber wegen Fahrradmangels nicht mit meinem Liebsten radeln konnte, habe ich das gestern nachgeholt. Ich wollte wieder an der Havel entlangfahren. Diesmal wieder in Hennigsdorf, aber rechts entlang und nicht links, wie beim letzten Mal. Das klappte nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte oder nur teilweise. Die Strecke führte letztlich in ein Gewerbegebiet, wie man hier ganz gut erkennen kann:

Strecke

Aber ein Stückchen bin ich trotzdem an der Havel entlang gefahren und hier kommt auch das versprochene Video dazu:

 

Havelbrücke

 

Havelbrücke nach Hennigsdorf

Am Havelufer steht eine Weide, die im Prinzip nur aus innen verkohltem Stamm besteht. Sieht aus, als wäre da mal der Blitz eingeschlagen. Grün ist sie trotzdem:

BlitzweideHavelschwäne

Auf einer großen Baubrache lag dann noch eine Steintafel herum:

Steintafel

Falls ihr die Inschrift nicht lesen könnt:

Die Baufeldfreimachung und Erschließung des Gewerbegebiets Nord 4, auf dessen Fläche zuvor eine Industriebrache des Stahlwerks Hennigsdorf gewesen ist, wurde durch Fördermittel der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Brandenburg ermöglicht.

Leider steht kein Datum dabei. Ganz taufrisch scheint die Tafel nicht mehr zu sein. Da hat man also für viel Geld ein großes Baugrundstück erschaffen (ich nehme an, der Boden ist entgiftet worden) und nun wächst dort Unkraut. Wieder was gelernt.

Ja, fürs nächste Mal weiß ich, dass diese Richtung nicht so ergiebig ist, jedenfalls nicht mit wenig Zeit. Sonst hätte ich ja einfach noch weiter fahren können. Trotzdem hat es Spaß gemacht, vor allem bei diesem fantastischen Wetter. Wann hat man an einem 10. September schon mal 28°C?

So, ein langes Posting ist es gewesen. Applaus für alle, die bis hierhin (incl. Video) durchgehalten haben :-)
Aber zum Glück für euch besteht ja kein Lesezwang *g*

Alles Liebe

Grafik

# Petra A. Bauer am 11. September 2012 um 18:55 Uhr
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Ausdruck von: http://www.bauerngartenfee.de/index.php/garten/blogging/alter-fritz-und-malche
Petra A. Bauer, Berlin - www.writingwoman.de